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  • Herzlich willkommen! Hier gibt es Gedanken zuBegriffen des christlichen Glaubens. Bitte kommentieren, fragen, ergänzen, widersprechen!

    Auferstehung Kaum ein anderer Begriff des christlichen Glaubens ist so wichtig und so umstritten wie der Begriff „Auferstehung“. Warum? Weil er davon spricht, dass jemand - Jesus - vom Tod in ein neues Leben gekommen ist. Dass der Tod das Leben beendet, ist das Sicherste, das es gibt. Jeder Mensch muss sterben. Daran ist nicht zu rütteln und jeder und jede weiß das. Aber der Tod ist für die meisten Menschen ein schrecklicher Gedanke. Angst vor dem Tod, der unbekannt ist, Angst vor dem Sterben, dass vielleicht schmerzhaft ist und Angst davor, nicht mehr zu sein: das kennt jeder und jede. Wenn Jesus aber auferstanden ist, dann scheint der Tod ja doch nicht so mächtig, so endgültig und so schreckenserregend zu sein. Dann kommt noch etwas. Und das ist ein Grund zur Hoffnung, die sich schon im Leben auswirkt. Wer Hoffnung haben kann, hat ein leichteres Herz. Gott kann die Reihenfolge von Tod und Leben umkehren. Und er ist weiter und mehr als wir sehen können. Das ist mit „Auferstehung“ gemeint. Auf der anderen Seite gibt es keinen Beweis dafür, dass Jesus wirklich auferstanden ist. Auch die Berichte in den Evangelien erzählen nicht, was mit ihm wirklich passiert ist. Das Grab ist leer, Aber das kann die unterschiedlichsten Ursachen haben. Und unsere Lebenserfahrung sagt uns ja auch, dass noch niemand zurückgekommen ist, der schon begraben war. Auch die Naturwissenschaften bestreiten diese Möglichkeit. Was soll also solch ein Begriff, der offensichtlich unvernünftig ist? Vielleicht ist er nur ein Wunsch oder ein Traum. Eine Hoffnung zwar, aber ohne wirkliche Grundlage. Es ist also viel um die Auferstehung gestritten worden. • Die einen sagen: das ist eine erfundene Geschichte. Aber eine gute. Denn sie macht Mut. • Andere sagen: Gott kann alles. Und Jesus ist gestorben und wieder lebendig geworden. Dafür braucht man keine Beweise. Das muss man eben glauben. • Und wieder andere: Das Wort „Auferstehung“ beschreibt eine Lebenserfahrung. Sie steht dafür, dass die Jünger*innen Jesu ihre erste Traurigkeit und Schockstarre nach seinem Tod überwunden haben und danach weiter gemacht haben „mit der Sache Jesu“. Wir kennen das: wenn auf Zeiten der Niedergeschlagenheit neue Lebensfreude da ist. Das ist wie auferstehen. • Die nächsten sagen: Was „Auferstehung „ meint, ist ein Geheimnis. Wenn Gott wirklich Gott ist, dann hat er Macht über Leben und Tod. Es spielt keine Rolle, wie er im Einzelnen damit umgeht. Wichtig ist nur, dass wir uns bei ihm aufgehoben und von ihm geliebt wissen. Dann muss man vor nichts und niemandem Angst haben, auch nicht vor dem Tod. „Auferstehung“ ist dafür ein Bild. • Aber es sagen auch welche: Es steht doch klipp und klar in den biblischen Berichten, dass Jesus auferstanden ist. Genauso ist es passiert. Wer genau nachliest in den biblischen Berichten, wird entdecken: Was mit Jesus passiert ist, bleibt trotz der Geschichten ein Geheimnis. Auch der Apostel Paulus, der seine Briefe viel früher geschrieben hat als die Evangelien entstanden sind, erklärt nichts und malt nichts aus. Aber der Glaube an die Auferstehung Jesu ist für ihn das Allerwichtigste: „gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist Christus nicht auferstanden, so ist auch unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich (1. Korinther 15, 13 und 14). Was wir wirklich wissen ist: In den ersten christlichen Gemeinden gab es plötzlich eine starke Gewissheit. Niemand kann wirklich erklären, wo sie herkam. Auf einmal gab es das Zutrauen, dass Gott auch in Bereichen ist, wo wir uns nicht auskennen. Die Welt ist größer als der Bereich unserer Wahrnehmung. Und auch dort ist Gott. Gott ist alles. Dafür ist die Auferstehung Jesu ein Hinweis. Und der Glaube daran ist mutig und gewagt, aber er macht auch frei von allen Ängsten. Denn was mit Jesus passiert ist, wird auch mit uns passieren. „Manchmal stehen wir auf Stehen wir zur Auferstehung auf Mitten am Tage Mit unserem lebendigen Haar Mit unserer atmenden Haut Nur das Gewohnte ist um uns. Keine Fata Morgana von Palmen Mit weidenden Löwen Und sanften Wölfen. Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus. Und dennoch leicht Und dennoch unverwundbar Geordnet in geheimnisvolle Ordnung Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.“ Marie Louise Kaschnitz (1901 – 1974)

  • Ein neues "Schnittchen": HEILIGER GEIST

    Ein Text von P. Christine Kind Der Heilige Geist ist schwer greifbar. Irgendwie abstrakt und nicht zu fassen. Vater und Sohn – das können sich die meisten irgendwie vorstellen, aber Geist? Ist das nicht irgendwie etwas Magisches oder sogar Hokuspokus? Geist heißt auf Hebräisch ruach und ist weiblich. Ruach – das bedeutet auch Atem. Wenn vom Geist gesprochen wird, dann werden in den biblischen Geschichten starke und bewegte Bilder gebraucht: Feuer, Wasser, Wind. Ein Brausen. Zungen wie von Feuer. In der Schöpfungsgeschichte, als noch nichts ist, da ist der Geist schon da. Der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Als Jesus getauft wird, fährt der Geist Gottes auf ihn herab. Und in der Pfingstgeschichte wird vom heiligen Geist erzählt. Da kommen Menschen heraus aus den Häusern, gehen auf die Straße und predigen – und jede*r kann die Worte in seiner oder ihrer eigenen Muttersprache hören. So verbindet der Geist. Ohne, dass alle gleich werden. Vielfalt wird verbunden durch den Geist. Ein schöner Gedanke, der auch heute wichtig ist. Vielfalt und Diversität – und trotzdem miteinander verbunden durch den Heiligen Geist. Christ*inne werden auf den Heiligen Geist getauft. Der Heilige Geist sorgt für Überraschungen. Der Heilige Geist ist jener Teil Gottes, der sich im Menschen auswirkt. Er verändert Menschen und man sagt auch: Durch den Geist finden Menschen Glauben. Eine außergewöhnliche Liste an Gaben, die der Geist hervorbringt, findet sich im Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde von Galatien, heute mitten in der Türkei gelegen. Demzufolge zeigt sich der Geist in der Liebe, der Freude, dem Frieden. In der Geduld. der Freundlichkeit, der Güte. In der Treue, der Sanftmut und der Keuschheit. Nach christlichem Verständnis ist es dem „Heiligen Geist“ zuzuschreiben, wenn Menschen eine wirklich befreiende Wendung in ihrem Leben erfahren. Dass dann ein neuer Geist im Leben dieses Menschen weht, ist dafür die angemessene Deutung. Aber nichts, was einen Ausschlag auf ­irgendeinem Messgerät hinterließe. Er ist wie ein Lufthauch. Das fanden zumindest die alten Hebräer, Griechen und Römer, wenn sie vom Geist sprachen. Eine flüchtige Substanz, nicht zu fassen. Im Atem spürbar und mit dem letzten Atem ausgehaucht. Durch ihn ­werde der Mensch zur Person, ansprechbar und selbst ein Sprechender. Man dachte, es müsse ein Hauch sein, weil die menschliche Stimme ja auch nur erklingt, solange Luft über die Stimmbänder ­streicht. Der Geist ist nicht zu fassen. Manchmal kann man etwas von ihm ahnen oder spüren. meist allerdings eher die Auswirkungen. Menschen machen zum Beispiel die Erfahrung von Gemeinschaft. Sie wachsen über sich hinaus und verhalten sich in entscheidenden Situationen selbstlos und mutig. Viele Christen deuten das als Wirken des Heiligen Geistes. Glauben wird eigentlich nur durch den Heiligen Geist möglich. darum spricht man manchmal auch vom Geist als dem Tröster. Denn wir glauben, aber sehen nicht. Können Jesus nicht fassen. Der Tröster hilft uns, dies auszuhalten. ...über Eure/ Ihre Meinungen, Fragen und Gedanken hier im Forum freuen wir uns!

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